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Zum Sitz der Götter: Herðubreið, Askja, Öskjuvatn (8. Tag)

Routenverlauf
Straßen: 1 - F88 - F910 - F894 - F910 - F905 - 901 - 1
Stationen: (Reykjahlíð -) Hrossaborg - Mıvatnsöræfi - Herðubreið - Drekagil - Dyngjufjöll - Askja - Öskjuvatn - Krepputunga - Arnardalsfjöll - Möðrudalur - Útland - Hrossaborg (- Reykjahlíð)
Gesamtkilometer: ca. 305 (inkl. der Wanderung zum Öskjuvatn)
Straßenzustand: Ringstraße asphaltiert. Alle Hochlandstraßen geschottert. Wegen einer Reihe einfacher bis mittelschwerer Furten auf beiden Routen für PKW nicht geeignet.

 


Auf zur Rösserburg

Wenn ich nicht auf den Kalender gesehen hätte, wäre mir entgangen, dass heute Sonntag ist. Hier in Island haben wir alle Tage Sonntag, und die meisten davon sind gottlob auch Sonnentage. Heute morgen sieht es draußen noch recht bewölkt aus, aber es soll sich aufziehen im Laufe des Tages. Gute Voraussetzungen also für eine Exkursion ins Hochland, zum "König der Berge", dem Hochsitz der Götter, zum "Breitschultrigen", zum Herðubreið, und weiter zum weitläufigen Vulkanrund Askja.

Nach dem Frühstück im Hotel Reykjahlíð geht es erst einmal gut 30 Kilometer auf der Ringstraße nach Osten, am Námafjall vorbei und dann am Nordrand des Lavagebietes Búrfellshraun entlang. Den Abzweig auf die F88 nach Süden kündet weithin sichtbar eine markante Erhebung: Hrossaborg, die Rösserburg. Dunkle sprachgeschichtliche Erinnerungen werden in uns wach: Der rollende Konsonant tanzte die r-Metathese mit dem Vokal, so dass im Englischen "horse" entstand mit weiterhin bewahrtem, alten h, das im deutschen Ross keine Überlebenschancen hatte.

Hrossaborg ist ein Ringwallkrater, dessen Wall auf der östlichen Seite offen (und angeblich über eine Stichstraße erreichbar) ist. Der Krater ist 426 m hoch, ragt aber über das Umland lediglich 40 m hinaus. Früher wurden darin Pferde gehalten, was ihm den hübschen Namen eingetragen hat.

Das Schild am Weg erinnert daran, dass es auf den folgenden Kilometern hochlandmäßig zugeht. Die F88 ist wegen einer Reihe einfacher bis mittelschwerer Furten off limits für PKWs. Auch ans Tanken sollte man rechtzeitig denken, denn egal, ob man nur zu einer Stippvisite zur Askja aufbricht oder gleich auf der F910 die Nord-Süd-Querung am Vatnajökull entlang bis hinunter zur Sprengisandur-Route plant: Auf den nächsten knapp 300 Kilometern ist Nachschub für den Diesel nicht zu bekommen. Es ist viertel nach zehn, als wir endlich auf der F88 Gas geben.

Die Jökulsá á Fjöllum hinauf

Grau ist nicht nur alle Theorie, grau ist auch die F88, vor allem dann, wenn die Wolken noch tief hängen. Grjót heißt die flache Ebene hier im Norden zu beiden Seiten der Jökulsá á Fjöllum, was auf Deutsch so viel bedeutet wie Fels oder Stein. Eintönig flaches, steiniges Grau erstreckt sich längs der im gleichen Grauton gehaltenen Schotterpiste. Wir befinden uns hier im nordöstlichen Ausläufer des Lavafeldes Ódáðahraun, der 'Übeltäterlava', die sich über nahezu 5000 Quadratkilometer von der Ringstraße im Norden bis hin zum Rand des Vatnajökull erstreckt. Die Region ist auch unter der Bezeichnung Mıvatnsöræfi, 'Mückensee-Einöde' oder '-Wüste', bekannt, was sie nun auch nicht gerade lieblicher macht. Der Untergrund ist porös, also nach Regenfällen rasch wieder trocken, bei Sonnenschein aber flimmernd heiß. Kein guter Untergrund für eine üppige Pflanzenwelt. Aber auch hier sprenkeln die Strand-Grasnelken das Grau. Erst als wir nach etwa 10 Kilometern dem Flusslauf der Jökulsá á Fjöllum näherkommen, kommt wenigstens vorübergehend ein wenig zusätzliche zarte Farbe ins Spiel.

"Jökulsá á Fjöllum" ist ein Zungenbrecher für Nicht-Isländer. Mit "Jökülsau au Fjödlüm" lässt sich die Aussprache für den Deutschen halbwegs verständlich und zugleich annähernd korrekt wiedergeben. Wenn man etwas genauer hinschaut, lässt sich der Name gut in seine Bestandteile zerlegen und dann auch recht simpel übersetzen: "jökul" ist der Gletscher, "á" der Fluss (vergleiche "Ach(e)", ahd. ahha, z.B. auch in Fuld-a, Salzach, ...; vgl. auch "Aue"; got. ahva, germ. *agwjo, mit lat. aqua verwandt). "jökulsá" ist mithin der Gletscherfluss - eine aus naheliegenden Gründen recht häufige Bezeichnung für Wasserläufe in Island. "fjöll" ist das Gebirge, die "jökulsá á fjöllum" folglich der Gletscherfluss aus dem Gebirge.

Genau von dort kommt sie her: Aus den Bergen im Norden des Vatnajökull, von dem sie ihre reiche, nirgends furtbare Wasserfracht bezieht, immer am Ostrand des Ódáðahraun entlang. Breit und vielarmig beginnt sie ihren Lauf zunächst in einem weitläufigen Sander im Lavafeld Holuhraun. Erst knapp vor dem Berg Upptyppingar (1084 m) verengt und vereinzelt sich das Flussbett. Dort auch gibt es die erste Brücke (die wir später noch kennenlernen werden), während in Sander und Lavafeld Holuhraun nicht eine einzige Straße den Gletscherfluss quert: die F910 führt nordwestlich, die F902 südöstlich daran entlang.

Bis dorthin aber liegt noch ein gutes Stück Wegs vor uns. Wir folgen erst einmal weiter der F88 und damit dem Gletscherfluss aus dem Bergen in stets ehrerbietigem Abstand. Auf der Höhe des Ferjufjall, dort, wo die Jökulsá á Fjöllum einen langen, weiten Bogen von Nordost nach Nordwesten beschreibt, ist der erste nennenswerte Fluss zu queren: die Grafarlandaá, ein westlicher Zufluss der Jökulsá á Fjöllum:

Wir sehen schon von weitem, dass zwei Fahrzeuge an der Furt halten und dass ein Mann in hochgekrempelter Hose mit einem Stock durchs Wasser watet, ein Spanier aus Gerona, wie sich später herausstellt. Das Flüsslein ist knapp knietief. Während sich der umsichtige Fahrer die Beine und Füße trocknet, nimmt der andere gleich forsch die erkundete Route durchs Wasser. Wir halten dennoch an und inspizieren. Ein schon etwas älterer Hyundai aus Herford trifft kurz darauf ein. Der Fahrer ist alleine unterwegs und hat seinen Galloper Intercooler, wie es scheint, noch nicht durch allzu viele Furten gefahren. Er lässt uns gerne den Vortritt und kommt dann erst nach uns herüber. Vierzig Zentimeter Wassertiefe. Keine Herausforderung also, weder für den Hyundai noch für den Toyota.

Grau geht es weiter, aber die Wolken verziehen sich langsam. Als nächstes ist die Lindaá zu furten, nicht wesentlich tiefer als die Grafarlandaá, aber deutlich breiter - vor allem dann, wenn einem unterwegs der Gang herausspringt und man plötzlich mitten im Wasser ohne Vortrieb hängen bleibt ;-).

Von hier aus sind es bloß noch eine Handvoll Kilometer bis zu den Herðubreiðarlindir, den 'Quellen des Herðubreið'. Hier, etwa in der Höhe des Zusammenflusses von Jökulsá á Fjöllum und der ebenfalls wasserreich aus dem Süden heraufkommenden Kreppa, muss die Lindaá ein zweites Mal gefurtet werden, bevor man hinüberkommt zur Wanderhütte, die mittlerweile schon im gleißenden Sonnenschein daliegt.

Herðubreið - Der Sitz der Götter

Noch trägt er eine Wolkenkappe wie so häufig, aber später am Tag werden wir ihn auch noch wolkenlos erleben: Herðubreið, der 'Breitschultrige', in der isländischen Mythologie identisch mit Asgard, Sitz und Burg der Asen-Götter, ein 1682 m hoher subglazialer Tafelvulkan und einer der schönsten Berge ganz Islands. Der Aufstieg auf den Berg mit den steilen, asche- und schotterrutschigen Lavaflanken ist (an einer einzigen Stelle) möglich, aber ungemein beschwerlich. Wir denken gar nicht erst lange darüber nach und lassen es sein - trotz der herrlichen Aussicht, die uns dieser mittlerweile so sonnige Tag dort oben sicherlich beschert hätte.

In gebührendem Abstand führt die F88 östlich am Herðubreið vorbei und schließlich nach einer Rechtskurve in westlicher Richtung diekt auf den Herðubreiðartögl zu, der sich mit seinen 1070 m neben dem Tafelvulkan erstaunlich bescheiden ausnimmt. Wir halten noch einmal kurz und werfen einen Blick auf den Sitz der Götter, dessen Wolkenkappe sich nach und nach verflüchtigt.

Auf der F910 zu Askja und Dyngjufjöll

Am südlichen Ende des Herðubreiðartögl stößt die F88 auf die F910, die vom Osten, vom Möðrudalur, herkommt, und der wir ab hier in südwestlicher Richtung folgen. Hinüber zur Askja sind es jetzt nur noch rund 10 Kilometer. Wir sehen Askja, die 'Schachtel', auch schon schneefeldbedeckt in der Ferne liegen, während wir auf der F910 zwischen den vulkanischen Brocken hindurch chauffieren.

Die letzten paar hundert Meter hält die Piste schnurgeradeaus auf die Hütte Dreki am Fuße der Askja zu, in der heute einiger Betrieb herrscht.

Auch wir nutzen nach der mehrstündigen Etappe ohne Strauch und Gehölz die hier feilgebotenen Toiletten.

Unmitelbar vor der Hütte biegt die F910 nach links (also nach Süden) ab. Man kann von hier aus, erst die Askja südlich und dann die Trölladyngja weiträumig nördlich umrundend, bis zum Tungnafellsjökull fahren, wo die F910 unweit von der Hütte Nıidalur auf die F26, die Sprengisandur-Route, trifft.

Wir biegen dagegen nach rechts, nach Norden, auf die F894 ab. Dort gelangt man in einem Bogen immer um die Askja herum bis zu einem Parkplatz, von dem aus es dann nur noch zu Fuß weitergeht zum Öskjuvatn.

Askja

Die Askja, zu deutsch die 'Schachtel', ist ein riesengroßer (50 Quadratkilometer!) Vulkankrater im Gebirgsmassiv Dyngjufjöll, genauer: die Caldera (= der Einsturzkessel) eines Spaltenvulkans. Die ältesten Vulkanausbrüche, die zu seiner Entstehung beitrugen, liegen (für isländische Verhältnisse) schon sehr lange zurück, etwa anderthalb Millionen Jahre. Seine heutige Gestalt wurde ganz wesentlich von einem Ausbruch im Jahr 1875 geschaffen, in dessen Folge der See Öskjuvatn und der Krater Víti überhaupt erst entstanden. Jüngere Ausbrüche im 20. Jahrhundert erfolgten beispielsweise in den Jahren 1921 bis 1930 und im Spätherbst 1961; das Gelände ist noch immer aktiv und verändert sich daher auch nach wie vor.

Bis zu 1510 m hoch ragt der Kraterrand empor. In der nördlichen Kraterwand befindet sich das Öskjuop ('Askjaöffnung'), ein passartiger Einschnitt, durch den man ins Innere des Kraters kommt. Dort fahren wir auf der Stichstraße hin - mitten durch unwirtlichste Lavalandschaft.

Am Öskjuop

Der Parkplatz, am Ende der Straße unterhalb des Öskjuop gelegen, bietet vielleicht zwei Dutzend Fahrzeugen Platz. Für unseren Toyota ist noch reichlich Raum übrig. Beim Blick zurück nach Nordosten reckt sich in der Ferne (etwas links der Bildmitte) Herðubreið. Rechts am Bildrand der Rand des Askja-Kraters. Im Vordergrund der Pfad, der als Einstieg in das Schneefeld dient, das wir auf dem Weg zum Öskjuvatn überwinden müssen.

Zur anderen Seite, nach Nordwesten hin, ziehen sich die Gipfel des Dyngjufjölls wie in einer Kette aufgereihte Perlen hin. Bei schönem Wetter und trockenem Untergrund sicherlich eine lohnende Wanderung.

Die einzelnen Gipfel erreichen Höhen von bis zu 1.275 m. Der Parkplatz selbst liegt (laut GPS) auf 1.091 m.

Zu Fuß zu Öskjuvatn und Víti

Wir ziehen die Wanderstiefel an. Es ist nicht übermäßig weit zum Öskjuvatn, dem Kratersee inmitten der Askja-Caldera, knapp 6 Kilometer etwa hin und zurück, aber der Pfad sieht reichlich schneeig aus. Sicher ist sicher.

Wenn man die kleine Anhöhe am Öskjuop überwunden hat, öffnet sich nach Süden hin das ganze weite Rund des Askja-Kraters. Ziemlich genau im Süden überragt der Þorvaldstindur mit seinen 1.510 m alle anderen Erhebungen des Kraterrands. Der Weg ist nicht groß markiert, aber kaum zu verfehlen: Im Prinzip geht es am Grund der Caldera, die (so wissen wir aus der Literatur) mit hellem Bimssand vom rhyolitischen Ausbruch 1875 bedeckt ist, geradewegs irgendwie nach Süden.

Wir sind vielleicht einen Tick zu bald im Jahr unterwegs, denn der größte Teil des Weges ist noch schneebedeckt, gut knöcheltiefer Sulz, der in warmen Senken - wie man auf dem Foto gut sehen kann - schon ordentlich durchgetaut ist und voller Wasser steht. Trockene Aus- oder Umwege gibt es nicht, aber man kann sich immerhin aussuchen, wo man am liebsten tief in den Sulz einsinkt. Unweigerlich läuft das Wasser oben in die Stiefel. Es wird also eine fußnasse und wegen des Schnees auch ein wenig beschwerliche Wanderung. Mit einem recht langen Aufenthalt am Zielort sind wir jedenfalls insgesamt knapp zweieinhalb Stunden unterwegs.

Das Öskjuvatn ('Askja-Wasser', hier hinten links im Bild) hat sich erst seit dem Ausbruch 1875 langsam im Laufe mehrerer Jahrzehnte mit tiefblauem, klaren, kalten Wasser gefüllt. Heute misst seine Oberfläche rund 12 km², mit 220 m ist es zugleich der tiefste See Islands. Seine Oberfläche liegt mit ca. 1050 m über N.N. rund 50 m unter dem Lavafeld Goðahraun, das ihn auf der nördlichen und nordöstlichen Seite umgibt. Der wesentlich kleinere Krater Víti (wörtlich 'Hölle', hier rechts im Vordergrund) ist der Explosionskrater des Ausbruchs von 1875. In ihm steht - in allerschönstem Gegensatz zu seinen rotbraunfarbigen Kraterwänden - milchig grünes Wasser, das eine Temperatur von 22 °C hat und daher verwegenere Besucher schon auch einmal zu einem Bad animiert.

R bei der Rast am Öskjuvatn vor dem Þorvaldstindur.

Spanisch inspirierte Rückreisepläne

Am Öskjuvatn treffen wir auch den Spanier wieder, der die Furt durch die Grafarlandaá zu Fuß erkundet hatte. "Sie schulden mir noch ein Bier dafür," scherzt er, und wir kommen ins Gespräch. Er hat den langen Weg von Gerona in Nordspanien bis Island mit Frau und Tochter und dem eigenen Landrover Discovery bewältigt, einschließlich 5-Tagesüberfahrt auf der Smyril-Line von Dänemark nach Island. "Kein Problem, wenn man auch die Anreise schon als Urlaub betrachtet," erklärt er. "Wir haben so immerhin fünf Länder besucht, wenn man die Faröer mitzählt." Dabei ist er kaum länger als wir unterwegs. Ich mag die Gesamtkilometer gar nicht ausrechnen, die er am Ende der Reise hinter sich hat.

Er ist den gleichen Weg zur Askja hergekommen wie wir, will aber möglichst schneller zurückfahren. Die östliche Route über die F910/905, so erklärt er mir, führe früher wieder auf Asphalt, weil man südlich vom Möðrudalur bereits auf die besser ausgebaute 901 und bei Útland auf die asphaltierte Ringstraße kommt. So ließe sich Fahrzeit einsparen, hofft er. Ob wir nicht auf diesem Wege mit zurückfahren wollen, fragt er. Immerhin seien auch da einige Furten zu queren und er hätte ein besseres Gefühl, wenn er nicht alleine unterwegs sei. Ich bin zwar skeptisch, was seine Zeiteinschätzung anbelangt, denn die F910 macht vom Herðubreiðartögl aus erst einmal einen gewaltigen Umweg nach Süd(Ost)en, aber wir hatten sowieso überlegt, aus Gründen der Abwechslung zurück die andere Route zu fahren, und es ist ganz unbestreitbar von Vorteil, beim Queren noch unbekannter Furten jemanden in der Nähe zu haben. Also verabreden wir ein Treffen am Parkplatz zur gemeinsamen Rückreise.

Farbenspiel am Víti-Krater

Erst aber heißt es, den Weg zum Parkplatz zurückzulaufen. Ich versuche dieses Mal eine etwas andere Route, aber das Ergebnis ist das Gleiche: Neu geschöpftes Schneewasser in den ohnehin nassen Wanderschuhen. Glücklicherweise sind trockene Schuhe im Auto. Die Socken werden ausgewrungen und dann an den hinteren Türen einfach ins Fenster eingeklemmt. Sie wedeln dort in Staub und Schmutz, bis wir wieder zu Hause sind. Auf alle Fälle sind sie dann trocken.

Zurück auf der Ostroute übers Möðrudalur

Gemeinsam mit den Spaniern brechen wir gegen halb fünf Uhr Ortszeit vom Parkplatz auf. Bei der Fahrt hinunter zur Hütte Dreki stoppen wir noch einmal kurz an einem rauschenden Wasserlauf und halten den weiten Blick hinunter in den Vikursandur fest.

In der Ebene ragt der knapp 1000 m hohe Kegel des Vaðalda aus dem flachen Sander. Dahinter blitzen in der Ferne die eis- und schneegekrönten Gipfel des bis zu mehr als 1800 m aufragenden Snæfell.

An der Hütte Dreki nehmen wir wieder die F910 nach Osten, die wir hergekommen sind. Mittlerweile haben sich auch die letzten Wolken um das Haupt des breitschultrigen Herðubreið verzogen.

Am Herðubreiðartögl bleiben wir verabredungsgemäß auf der F910, statt die F88 zu nehmen, biegen also nach Osten Richtung Miðfell und Upptyppingar ab. Das Straßenschild weist das ferne Möðrudalur und das Kverkfjöll als Zielpunkte aus. Ersteres liegt auf unserer Strecke; letzteres erreicht man, wenn man nach dem Berg Upptyppingar nach Süden auf die F902 abbiegt.

Nicht lange nach dem Abzweig ist erstmals die Jökulsá á Fjöllum zu queren - glücklicherweise über eine Brücke. Der tief ausgeschnittene Canyon, das ordentlich gischtende Wasser laden wahrlich nicht zu einer Furtquerung ein.

Danach geht es husch husch durch die Krepputunga, und am Fuße des Lónshnjúkur folgen wir dem Verlauf der F910 nach links, also nach Norden, während die F902 (eigentlich die F903, die später wieder in die F902 mündet) zu den Hvannalindir und weiter zum Kverkfjöll führt.

Eine Zeitlang verläuft die F910 nun ziemlich genau nördlich und genau zwischen den beiden großen Flüssen im Osten des Lavafeldes Ódáðahraun, der Jökulsá á Fjöllum im Westen und der Kreppa im Osten. Die Kreppa ist auch als nächste zu überqueren - auch hier gottlob über eine Brücke.

Die angekündigten Furten (beide durch Kreppa-Zuflüsse, der erste kommt aus dem Álftadalur, der zweite ist die Þríhyrningsá) erweisen sich als nicht sonderlich schwer. Nach der zweiten verabschieden wir uns von unseren Reisebegleitern. Die Spanier brausen in einem Staubwirbel davon.

Wir gehen den Rest der Strecke gemächlich an. Auf den letzten Kilometern der F905 und weiter hinauf bis Hrossaborg begleiten uns im Westen Sellandafjall, Bláfjall, Búrfell und ihre benachbarten kleineren Kegelberge.

Ein paar Kilometer südlich von Möðrudalur stößt die F905 auf die 901 - wir verlassen die Hochlandstrecke und werfen noch einmal einen kurzen Blick zurück nach Süden.

Um viertel nach 7 stoßen wir nördlich vom Möðrudalur wieder auf die Ringstraße. Für die gut 100 Kilometer vom Öskjuop bis hierher haben wir knapp 3 Stunden gebraucht.

Zurück am Hotel

Gegen 8 Uhr sind wir am Hotel in Reykjahlíð. Der Speisesaal ist wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir holen noch ein Brot aus dem Supermarkt und halten Brotzeit mit unseren Vorräten. Der Tag hat uns ordentlich müde gemacht.


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